Textservice Bremen

Der Knigge-Ratgeber: richtiges Verhalten in sozialen Netzwerken

September 2, 2013 Iris

Manche Fotos sollte der Chef nicht sehen, das wissen inzwischen alle – aber wie sieht es sonst so aus mit den Dos and Don‘t auf Facebook und Co? Der Knigge, das Leitbuch für gute Umgangsformen, hat jetzt auch Verhaltenstipps für die sozialen Netzwerke herausgegeben. Andere Medien ziehen ebenfalls nach und sorgen für mehr Durchblick in Sachen Online-Kommunikation. Viele User werden die meisten der Regeln bereits kennen, doch manche dürften überraschen und sind alarmierend!

Posts:

 

Der Knigge rät: Keine Macht den Trollen! Trolle sind Personen, die gerne andere Nutzer durch ihre Kommentare stören und Aufmerksamkeit erheischen wollen. Hier gilt die Taktik „Don’t feed the troll!“ – also besser eine private Nachricht an den Troll senden mit der Ansage, sein Verhalten einzustellen, alles andere würde ihm nur Futter für weitere Diskussionen liefern. Generell gilt: von belanglosen Posts sollte man absehen, da diese andere Nutzer lediglich nerven und man sich so unbeliebt macht.

file000218950602

Unvorteilhaftes Bild gepostet und dumme Kommentare kassiert? Lieber mit einem frechen und geistreichen Spruch kontern als verschämt löschen!

Privates gehört ohnehin in eine private Nachricht und nicht auf die Pinnwand, sagt der Knigge. Sollte man einen etwas herberen Post von Freunden auf der eigenen Pinnwand finden, sollte man diesen am besten nicht löschen, sondern „höflich und witzig“ reagieren, schlägt der Knigge vor.

 

Likes:

 

Der „Gefällt mir“-Button lädt zum drücken ein, doch hier ist Vorsicht geboten. Denn wer den „Gefällt mir“-Button anklickt, signalisiert, dass er den Text gut findet. Das ist besonders dann gefährlich, wenn es sich beispielsweise um fiese Kommentare über den Chef handelt. Hier kann es sogar zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen, wie einer Abmahnung und im Falle einer Wiederholung sogar bis zur fristlosen Kündigung kommen. Zivilrechtlich drohen Verleumdungs – und Beleidigungsklagen, die mit Geldbußen und Freiheitstrafen enden können.

 

Freundschaftsanfragen:

 

IMG_3455

Sexy Posing für die Kamera – besser nicht, wenn du mit deinem Chef bei Facebook befreundet bist!

Das Verhaltensregelwerk Knigge rät, wenn man eine Freundschaftsanfrage verschickt auch gleich eine kurze Nachricht beizufügen. Dabei ist das auswählen potentieller Online-Freunde eine heikle Sache, denn gerade bei beruflichen Kontakten sollte man sich gut überlegen, ob das Wort „Freund“ und die Inhalte auf der eigenen Seite nicht etwas zu privat für die entsprechende Person sind. Wenn man selbst eine Freundschaftsanfrage von Personen aus dem beruflichen Umfeld erhält, mit denen man lieber nicht sein Privatleben teilen möchte, sollte man die Anfrage ablehnen. Eine freundliche, erklärende Nachricht (beispielsweise, dass man nur Familie und enge Freunde bei Facebook hinzufügt) sollte dann aber unbedingt mit gesendet werden, besonders, wenn man später noch mit der betreffenden Person beruflich zu tun haben wird, rät der Knigge. Ist ein Hinzufügen unvermeidbar, ist es ratsam die Privatssphäre-Einstellung der Netzwerke für das Profil zu überarbeiten.

 

Nachrichten:

 

Die Reaktionszeit auf Nachrichte in sozialen Netzwerken kann ruhig etwas langsamer ausfallen als die Rückmeldung auf eine Email. Allerdings sollte nach ein paar Tagen schon eine Antwort gegeben werden, meint der Knigge. Wichtig ist bei Mails und Postings die Rechtschreibung, denn ist diese mangelhaft vermittelt man dem Anderen, er wäre die Zeit für die Überprüfung der eigenen Rechtschreibung nicht wert. Die Entscheidung, ob Du oder Sie als Anrede adäquat ist sollte man im Netz immer so treffen, wie man es auch im „echten“ Leben tun würde – besonders bei geschäftlichen Kontakten sollte dies geprüft werden. Im Zweifelsfall ist das Sie zu bevorzugen, sagt der Knigge. Und zu guter Letzt: Smileys gehen laut Knigge gar nicht! Ein Text sollte vor allem im beruflichen Bereich so gut geschrieben sein, dass man ihn auch ohne diese „sprachlichen Krücken“ versteht, meint der Verhaltens-Ratgeber.

 

Quellen:

 

http://www.express.de/digital,2492,11398506.html

 

http://www.mdr.de/umschau/quicktipp/quicktipp1364.html